NÖ:  Novellen von Jagdgesetz und Jagdverordnung

  

Seit Inkrafttreten der letzten Novelle des NÖ Jagdgesetzes am 1. 9. 2005 sind die beiden Aaskrähen (Rabenkrähe und Nebelkrähe), die Elster und der Eichelhäher ab sofort „jagdbares Federwild“ laut NÖ Jagdgesetz. Durch eine Neufassung der NÖ Artenschutz- verordnung waren alle Vogelarten, die nicht dem NÖ Jagdgesetz unterliegen, ganzjährig nach den Bestimmungen des NÖ Naturschutzgesetzes geschützt worden. Die neuen Wildarten wurden in der NÖ Jagdverordnung mit folgenden Schusszeiten versehen:

Elster  Eichelhäher Nebelkrähe Rabenkrähe
1. 8. – 15. 3. 1.8. – 15.3. 1.7. – 31.3. 1.7. – 31.3.

In der Novelle des Jagdgesetzes wurde auch eine Verordnungsermächtigung eingefügt, wonach die Landesregierung mit Verordnung die Verwendung von Krähenfängen zum Lebendfang von Rabenkrähe, Nebelkrähe, Elster und Eichelhäher in diesen Schusszeiten erlauben kann. In der NÖ Jagdverordnung wurden in einem neuen § 30a die technischen Voraussetzungen für die zulässigen Krähenfänge und die Durchführungsbestimmungen für den Betrieb solcher Lebendfänge ausgeführt. Der schon bisher vom NÖ Landesjagdverband propagierte selektive Lebendfang erfüllt die Voraussetzungen der NÖ Jagdverordnung. Die Krähenfänge sind täglich mindestens einmal zu kontrollieren. Eventuelle Fehlfänge sind unverzüglich wieder in die Freiheit zu entlassen. Erlegte Aaskrähen, Elstern und Eichelhäher sind in die Abschussliste einzutragen. Über Verlangen der Bezirksverwaltungsbehörde ist vom Jagdausübungsberechtigten Auskunft darüber zu erteilen bzw. ist die Abschussliste vorzulegen. Ebenso ist über Verlangen der Behörde der Standort aufgestellter Krähenfänge bekannt zugeben.

Beim   R O T W I L D   wurde die Schusszeit des Kalbes der Schusszeit des Tieres angepasst: Beide haben nun vom   1. 8. – 31. 12.   Schusszeit. Die Schusszeiten beim Hirsch, Schmalspießer und Schmaltier bleiben unverändert. Regionale Veränderungen von Schuss- und Schonzeit müssen berücksichtigt werden.

Die Schusszeit beim   D A C H S   wurde im Jänner um 14 Tage – also bis 31. 1. verlängert.

Die Abschusslisten Anlage 20c der NÖ Jagdverordnung (Mantelbogen und Einlageblätter) wurden neu gestaltet und sind über die Landeshomepage

abrufbar. Sie dürfen – falls das von einem Jagdausübungsberechtigten gewünscht wird – schon für das Jagdjahr 2005 verwendet werden. Erlegte Rabenvögel können dann schon auf dem Einlageblatt Sonstige Wildarten eingetragen werden. Ein Mix aus alten und neuen Listen (z. B. alter Mantelbogen mit neuen Einlageblättern, oder umgekehrt) sollte vermieden werden! Falls in einem Jagdrevier Rabenvögel erlegt werden und die alten Abschusslisten verwendet werden, ist auf dem Einlageblatt „Sonstige Wildarten“ die Rabenvogelart anzuführen (z. B. Elstern  xx Stück) und die Gesamtsumme einzutragen.

Offen ist noch ein Teil der Novelle des NÖ Jagdgesetzes, der sich mit den Erleichterungen der Bejagung von Schwarzwild befasst. Dieser Teil der JG-Novelle wird in den Nächsten Wochen im Landtag beraten. Nach Beschlussfassung wird die NÖ Jagdverordnung anzupassen sein.