Schwarzwild
(Sus scrofa L.)


Schwarzwild gehört zur Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla), zur Unterordnung der Nichtwiederkäuer
und in die Familie der Schweine (Suidae)

Größe ist stark von seinem Lebensraum abhängig
Gewicht (lebend) Frischlinge bis 45 kg
Überläufer bis 75 kg
Bachen und Keiler bis weit über 100kg
Ranzzeit November/Dezember/Jänner
Tragzeit 16 - 18 Wochen
Anzahl Junge 3 - 10 Frischlinge
Geburtsgewicht 300g
Geschlechtsreife mit 8 - 18 Monaten
Fortpflanzung Bache mit 2 Jahren und Keiler mit 4 Jahren




 



Vorkommen:

Das Schwarzwild besiedelte ursprünglich ganz Europa, wurde aber in Großbritannien und Skandinavien ausgerottet. Abgesehen von dem nordwestlichen Niedersachsen und Teilen Bayerns ist es in ganz Deutschland verbreitet. Das Schwarzwild ist ein ausgesprochener Waldbewohner, da es im Winter auf die Mast von Bucheckern und Eicheln angewiesen ist. Landwirtschaftliche Nahrungsquellen (Feldfrüchte) ermöglichen aber sein Vordringen auch in reine Nadelwaldgebiete.
Außerhalb Europas kommt unser Schwarzwild noch in Asien und Nordafrika vor; in Australien und Nordafrika wurde es ausgewildert.

  • Erscheinungsbild:

    Die Färbung variiert sehr stark von Hellgrau über verschiedene Braun- und Grautöne bis zu tiefem Schwarz. Die Frischlinge haben bis zum 7. Monat die typischen Längsstreifen.
    Größe und Gewicht schwanken stark und sind auch von den Lebensbedingungen abhängig. Die Kopf-Rumpf–Länge kann beim Keiler bis 1,80 m, die Schulterhöhe bis 1,10 m betragen. Keiler können bis 200 kg schwer werden; Bachen erreichen etwa 50-70% des Keiler-Gewichts.

  • Lebensweise:

    Ursprünglich waren Wildschweine tagaktive Tiere. Doch durch die Besiedelung der Menschen und die damit einhergehenden Störungen verlagerten sie ihre Aktivitäten auf die Nachtzeit. Tagsüber verstecken sich Wildschweine in dichten Unterwuchs, Schilf oder Fichtendickungen. Sie ruhen dort in sogenannten Kesseln, die fast jeden Tag an anderer Stelle neu angelegt werden. In der Dämmerung brechen sie zur Nahrungssuche und zum Bad in der Suhle auf. Die Nahrung des Wildschweins ist außerordentlich vielfältig. Es frisst Wurzeln, Gräser, Früchte der Waldbäume (Mast), Getreide, Würmer, Insekten, Aas, Kleinsäuger, Rehkitze und Gelege von Bodenbrütern.

    Wildschweine leben gesellig in Rotten und zeigen ein ausgesprochenes Sozialverhalten. Eine Rotte besteht aus Bachen (erwachsene Weibchen), Überläufern (Männchen und Weibchen im 2. Lebensjahr) und Frischlingen. Erwachsene Keiler (männliche Schweine) leben dagegen als Einzelgänger, die sich nur in der Rauschzeit (Paarungszeit) zu der Rotte gesellen.
     

    In der Rotte herrscht eine straffe Rangordnung. Geführt wird sie von der ältesten Bache, der sog. Leitbache, die über die meisten Erfahrungen verfügt. Gibt es mehrere gleich alte Bachen in einer Rotte, so wird der Rang zwischen ihnen ausgekämpft. Die Leitbache bestimmt in hohem Maße die Aktivitäten der Rotte: Nahrungssuche, Suhlen, Auswahl der Kessel und den Zeitpunkt der Rauschzeit. Wird die Leitbache rauschig, so überträgt sie ihr unruhiges Verhalten auf die anderen Bachen, sodass nach etwa 14 Tagen eine nach der anderen rauschig wird. Stirbt die Leitbache, wird deren Rolle entweder ersetzt, oder die Rotte löst sich auf.

  • Fortpflanzung:

    Der Beginn der Rauschzeit wird von den Bachen bestimmt, da die Keiler das ganze Jahr über befruchtungsfähig sind. Sie fällt in die Zeit von Ende Oktober bis März, mit Schwerpunkt im November/Dezember. (Wenn die Leitbache gestorben ist, so können die Bachen auch im Sommer rauschig werden). Zuerst werden die älteren Bachen rauschig, anschließend die Überläuferbachen und nach einem guten Mastjahr sogar die Frischligsbachen. Kurz bevor die Bachen rauschig werden, stoßen die Keiler zur Rotte und kämpfen um die Vorherrschaft in der Rotte. Der stärkste Keiler beschlägt (befruchtet) alle befruchtungsfähigen Bachen und verläßt die Rotte dann wieder.

    Nach vier Monaten Tragzeit wirft die Bache in einem extra gebauten Wurfkessel bis zu zehn Frischlinge. Da die Bache nur über acht Zitzen verfügt, können höchstens acht Junge aufgezogen werden; die anderen überleben nicht. Nach ungefähr einer Wochen verlassen die Frischlinge zum ersten Mal den Wurfkessel und folgen der Mutter auf Nahrungssuche. Die Überläuferkeiler werden von den Bachen nur ca. 18 Monate in der Rotte geduldet. Sie schließen sich zu sog. Überläuferrotten zusammen, die aber nach gewisser Zeit auseinanderbrechen.

  • Gebiss:

    Die Eckzähne der Wildschweine sind besonders stark entwickelt. Sie dienen als Waffe und als Werkzeug zum Aufbrechen des Bodens. Das "Gewaff" des Keilers besteht aus den "Haderern" (Eckzähne im Oberkiefer) und den "Gewehren" (im Unterkiefer, Hauer). Die kleineren Eckzähne der Bachen werden "Haken" genannt. Die Waffen des Keilers und Haken der Bachen sind beliebte Trophäen bei den Jägern. Gewehre von mehr als 20 cm Länge und über 25 mm Breite sind an der obersten Grenze des Möglichen.

     

  • Jägersprache:
     
    Männchen Keiler
    Weibchen Bache
    Junge Frischlinge
    Im 2. Lebensjahr Überläufer
    Keiler nach Alter aufsteigend angehender Keiler
    Bache mit Jungen Führende Bache
    Ältere Bache Grobe Bache
    Mehrere Sauen Rotte
    Schnauze Wurf
    Eckzähne des Keilers (Unterkiefer) Hauer
    Eckzähne des Keilers (Oberkiefer) Haderer
    Hauer und Haderer Gewaff
    Eckzähne bei der Bache (oben und unten) Haken
    Augen Lichter
    sehen äugen
    Ohren Teller
    hören vernehmen
    riechen winden
    Rückgrat Kamm
    Haarbüschel am Schwanz Quaste
    Haut Schwarte
    Haare Borsten
    Schild Schulter
    männliche Geschlechtsteil Feuchtglied
    weiblicher Geschlechtsteil Feuchtblatt
    Geräusche beim Fressen schnaufen, grunzen, schmatzen
    Fressen brechen,
    Nahrung Fraß, Mast
    Erdmast Kirrung, Körnung
    Paarungszeit Rauschzeit
    Einstand der Sauen Kessel
    Gebären frischen
    angeschossenes Wildschwein angeschweißt
    Haut abziehen abschwarten